Internetsucht bei

Kindern und Jugendlichen

Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen: Symptome erkennen, Hilfe finden

Digitale Medien sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Bereits im Durchschnittsalter von zehn Jahren erhalten österreichische Kinder ihr erstes Smartphone – oft als Geschenk zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Das zeigt eine aktuelle internationale Studie, die Google gemeinsam mit dem US-Marktforschungsinstitut GutCheck in Österreich und 22 weiteren Ländern durchgeführt hat (Google/GutCheck 2024). Laut der Studie besitzen bereits 77 % der österreichischen Kinder ein eigenes Smartphone oder Tablet.

Mit dem eigenen Gerät beginnt für viele Kinder ein selbstbestimmter Zugang zur Online-Welt – und für Eltern die Herausforderung, den Umgang mit Medien sinnvoll zu begleiten. Wann wird aus intensiver Nutzung eine Sucht?

Bei Internetsucht handelt es sich um ein problematisches Nutzungsverhalten digitaler Medien, bei dem die Betroffenen die Kontrolle über Dauer, Häufigkeit oder Inhalte der Nutzung verlieren. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann dies schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische, soziale und körperliche Entwicklung haben. Internetsucht zählt laut der ICD-11-Klassifikation der WHO zur Gruppe der sogenannten Verhaltenssüchte („behavioral addictions“). Auch wenn der Begriff im Alltag oft mit exzessiver Handynutzung oder Computerspielen verbunden wird, umfasst Internetsucht weit mehr – darunter auch soziale Medien, Streamingplattformen oder Online-Chats.

Im Team Gesund können wir Ihnen in freundlicher und entspannter Atmosphäre in 1100 Wien rasch und zuverlässig diese Beratung bieten:

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Ihre Beraterin: Mag. Claudia Neundlinger - Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, Kinder- Jugend- und Familienpsychologie, Elterncoach
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office@teamgesund.at

Digitale Abhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen und Risikoverhalten

Ein problematischer Medienkonsum entsteht selten zufällig. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Alter und Entwicklungsstand: Jüngere Kinder haben noch wenig Medienkompetenz und benötigen klare Orientierung.
  • Emotionale Belastungen: Kinder, die unter Stress, Angst, Einsamkeit oder familiären Konflikten leiden, flüchten sich häufiger in digitale Welten.
  • Fehlende Strukturen: Mangelnde Alltagsroutinen oder fehlende Medienregeln begünstigen eine unkontrollierte Nutzung.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Likes, Belohnungen und digitale Anerkennung wirken besonders stark auf Kinder mit Unsicherheiten oder geringem Selbstwert.

Nutzungsmuster im Alltag

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die sich zunehmend aus dem sozialen Leben zurückziehen. Ihre Freizeit fast ausschließlich online verbringen und gereizt oder panisch auf Einschränkungen reagieren. Mit einher geht oft die Vernachlässigung von schulischen oder familiären Pflichten.

Das Team Gesund bietet Ihnen in freundlicher und entspannter Atmosphäre in 1100 Wien rasch und zuverlässig diese Beratung durch Mag. Claudia Neundlinger, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, Kinder- Jugend- und Familienpsychologie, Elterncoach.

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Internetsucht Prävention: Was Eltern tun können, bevor es kritisch wird

Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien beginnt lange, bevor problematisches Verhalten sichtbar wird. Prävention ist der Schlüssel – und sie beginnt zu Hause. Eltern spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn sie setzen nicht nur Grenzen, sondern vor allem auch Orientierung. Kinder und Jugendliche brauchen klare Strukturen, aber auch altersgerechte Erklärungen und ein gutes Vorbild. Wer Medien gemeinsam nutzt, statt sie einfach „zuzulassen“, fördert Medienkompetenz und schafft Vertrauen.

Was Sie konkret tun können:

  • Orientierung geben mit der 3-6-9-12-Regel nach dem französischen Psychoanalytiker und Psychiater Serge Tisseron: kein Fernsehen unter 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6 Jahren, kein Internet vor 9 Jahren und keine sozialen Netzwerke vor 12 Jahren – als grober Leitfaden für altersgerechte Mediennutzung.
  • Feste Medienzeiten definieren (täglich medienfreie Zeiten einplanen)
  • Gemeinsame Aktivitäten zum Ausgleich zur digitalen Welt.
  • Medienerziehung – Inhalte gemeinsam reflektieren, statt nur zu verbieten.
  • Vorbild sein, auch Ihr eigener Umgang mit dem Smartphone prägt das Verhalten Ihres Kindes.
  • Frühzeitig Alternativen aufzeigen wie zB kreative Beschäftigung, echte soziale Kontakte und Erfolgserlebnisse außerhalb des Bildschirms.

Prävention bedeutet nicht Kontrolle, sondern Beziehung. Je früher Kinder lernen, mit digitalen Medien bewusst umzugehen, desto besser kann man später Risiken erkennen – und sich selbst schützen.

Symptome der Internetsucht: Wann wird Medienkonsum problematisch?

Die Symptome der Internetsucht entwickeln sich oft schleichend. Anfangs sind es vielleicht nur längere Bildschirmzeiten oder Diskussionen zum Abschalten. Doch wenn der Medienkonsum zentrale Lebensbereiche beeinträchtigt, kann das ein ernstzunehmendes Warnsignal sein. Typische Anzeichen für eine beginnende oder fortgeschrittene Internetsucht:

  • Verlust der Kontrolle: Das Kind kann nicht selbstständig aufhören oder hält vereinbarte Medienzeiten nicht ein.
  • Starke emotionale Reaktionen (Entzugserscheinungen): Gereiztheit, Wut oder sogar Rückzug bei Einschränkungen oder fehlendem Zugang zum Internet.
  • Vernachlässigung anderer Lebensbereiche: Hobbys, Freunde, Schule oder Familienzeit werden zunehmend unwichtig.
  • Gedankliche Vereinnahmung: Das Kind beschäftigt sich gedanklich ständig mit Inhalten, Spielen oder sozialen Medien – auch außerhalb der Nutzungszeit.
  • Veränderungen im Verhalten: Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, sozialer Rückzug oder Stimmungsschwankungen.
  • Vom Belohnungsprinzip zur Belastung: Zu Beginn der Sucht fühlt man sich besser -> Belohnungsprinzip, im Laufe der Zeit kehrt sich diese Gefühl um. Die Sucht wird als belastend empfunden.

Nicht jedes dieser Anzeichen bedeutet automatisch eine Sucht. Doch wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten und über einen längeren Zeitraum bestehen, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Halten Sie Ihre Beobachtungen schriftlich fest – sie helfen bei der Einschätzung durch Fachpersonen und bieten eine gute Grundlage für Gespräche.

Hilfe bei Internetsucht: Was Familien tun können – und wann Therapie sinnvoll ist

Internetsucht betrifft nicht nur das betroffene Kind oder den Jugendlichen – sie wirkt sich auf das gesamte Familiensystem aus. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu handeln und unterstützende Maßnahmen zu ergreifen, bevor sich das problematische Verhalten verfestigt.

Im ersten Schritt können klare Medienregeln, feste Tagesstrukturen und gemeinsame medienfreie Zeiten im Alltag helfen, wieder mehr Balance zu schaffen. Auch ein offenes Gespräch mit dem Kind – ohne Vorwürfe, aber mit ehrlichem Interesse – ist oft ein wertvoller Ausgangspunkt. Doch wenn sich die Situation trotz aller Bemühungen weiter verschlechtert oder bereits belastende Symptome auftreten, ist professionelle Hilfe ratsam.

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